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Zöliakie: Gluten ist das Thema

„Der Weg zur Gesundheit führt durch die Küche, nicht durch die Apotheke.“ (Sebastian Kneipp)


Wie alles begann....


Mit verschiedensten Symptomen war ich zum Arzt gegangen, um dort möglichst ein Allheilmittel für meine Wehwehchen zu bekommen. Ich zählte alles was ich seit langer Zeit an Symptomen zu bieten hatte auf und rechnete insgeheim damit, wieder aus der Praxis zu gehen und irgendwie keinen Schritt weiter zu sein.


Wie erstaunt war ich, als ich auf einmal einen Arzt vor mir hatte, der den Kopf schief hielt und meinte, er würde zusammen mit mir die Ursachen für meine Müdigkeit, Schlappheit, Wechselbad des Wohlbefindens, häufigen Krämpfe, Magenbeschwerden und blauen Flecken, Motivationslosigkeit, vergrößerte Milz, geringe Anzahl an Leukozyten und damit Anfälligkeit für Infekte usw. usw. finden.


Etwas skeptisch lies ich mir Blut abzapfen und schöpfte schließlich doch Hoffnung. Vielleicht gab es für all das ja eine verständliche Erklärung. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht so viel von der Rolle des Darms, hatte mich begrenzt mit Ernährung auseinander gesetzt und war noch ein paar Jahre entfernt von meiner holistischen Ausbildung zum Gesundheitsberater. 😉


Nun ja, die Blutergebnisse standen fest. Ein triumphierender Arzt stand vor mir, siegessicher mit einer möglichen Diagnose. "Ich hab‘s", rief er aus! "Sie haben Antikörper im Blut!"


"Schön dachte ich mir, er hat‘s! Was hat er!? Welche Antikörper!?" Meine Fragen wurden schnell beantwortet mit dem mir, bis dahin unbekannten Wort „Zöliakie“. Mein Gesicht muss wohl wie ein einziges Fragezeichen gewirkt haben 😅, denn umgehend folgte die Erklärung!



Was bedeutet Zöliakie, Glutenunverträglichkeit?


Zöliakie wird übersetzt mit: Unverträglichkeit auf Gluten, einem Eiweiß das in vielen Getreidearten aber auch in Fertigprodukten dank diverser Zusätze enthalten ist. Der Haupt"übeltäter" ist Weizen, Dinkel, Emer, Einkorn, Kamut & Co. Eine Behandlung der Allergie ist (nach jetzigem Stand der Wissenschaft) nur mit lebenslanger Ernährungsumstellung möglich. Bleibt die Zöliakie unbehandelt kann dies zur kompletten Zerstörung der Darmzotten führen. Die Nährstoffaufnahme ist gehemmt usw. Auch gibt es (logo) weitere psychische und physische Symptome/Folgen. Hierzu zählen wohl: unterschiedlichste Allergien, Probs mit der Schilddrüse, Autismus, Brain Fog, MS, Herzthemen, Fettleibigkeit, Diabetes, Depressionen, Konzentrationsschwierigkeiten usw.



Vermutet werden genetische Veranlagungen – sprich ererbte Faktoren, eine geschädigte Darmflora nach z. B. Antibiotikagaben oder auf Grund einer Pilzbesiedelung etc., Umwelteinflüsse und vieles mehr. Soweit so gut, die Betrachtung der körperlichen Ebene. Jeder, der sich mit der Ganzheitlichkeit auseinandersetzt, wird mir zustimmen, dass es das allein nicht ist. Dennoch denke ich, macht es Sinn die Gesamtheit des Pakets individuell zu betrachten. Deshalb an dieser Stelle – eher allgemein...


Diagnose oft langwierig


Tatsächlich kann die Zöliakie als Chamäleon-Krankheit angesehen werden. Ganz nach ihrem tierischen Vorbild, zeigt sie sich mit den unterschiedlichsten Facetten und ist damit schwer zu erkennen. Häufig werden ihr Durchfall, Magenkrämpfe, Ausschläge aber auch Unwohlsein usw. nachgesagt. Nicht bei Jedem sind diese Begleiterscheinungen jedoch gegeben oder ansatzweise gleich.


Manch einer klagt über Müdigkeit und hin und wieder Magenschmerzen, ein anderer kämpft mit der vollen Bandbreite, die die Glutenunverträglichkeit zu bieten hat. Wie u. a. der einzelne Körper und dessen Immunsystem bei dieser Autoimmunerkrankung reagiert ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.


Oft dauert es Jahre, bis die Diagnose gestellt wird. Inzwischen geht es oft flotter, weil mehr und mehr davon betroffen sind. Der eine oder andere sieht die Glutenunverträglichkeit als Trenderkrankung an. Trend, Marketing hin oder her... Dinge passieren bekanntlich nicht ohne Grund. 😊



Jedes "Ach" ist ein kleiner Lehrmeister


Als ich schließlich meine Diagnose via Blut und ebenfalls Biopsie erhielt, tat ich mir zugegeben erstmal 1,5 Tage selbst leid. Jede Wolke am Himmel sah für mich zu diesem Zeitpunkt aus wie irgendwas glutenhaltiges, das ich gern gegessen hatte.


Nach kurzer Zeit, überfiel mich jedoch ein Gefühl von „Dankbarkeit“ – ich war okay, viele der Probleme hingen mit meiner Ernährung zusammen. Wenn das keine geniale Chance ist!?


Wie so oft in meinen Leben wurde ich mit dem Ernährungsthema konfrontiert und blieb bis aufs Gluten meinen alten Gewohnheiten, meiner Sicherheitszone erstmal treu!? Gerade unsere Ernährungsweise erlernen wir in der Kindheit und leben wir nur allzu gern später fort. Das bedeutet Vertrautheit, Geborgenheit, Bekanntes usw. Diese Gewohnheiten lassen sich am ehesten durch gleichwertigen Ersatz verändern. 😄 Mir fällt das oft immer noch schwer – gerade wenn es um Naschereien geht. Aber hej, der Weg ist das Ziel.




Was steht auf dem Speisezettel?


Gerade am Anfang einer Zöliakie-Diagnose fragt man sich, was einem essenstechnisch bleibt. Kurz – eine Menge! Es ist fast ein Segen und Flucht gleichermaßen. Denn inzwischen gibt es regalweise Lebensmittel, die glutenfrei sind. Fertigprodukte, die uns das Leben vereinfachen sollen und Zeit sparen. Zu Beginn sicher hilfreich. Auf lange Sicht, muss ich jedoch irgendwie immer an den Satz von Roland Jentschura denken: "Bei Fertigprodukten ist der Name Programm – sie machen fertig!" Mal davon abgesehen, dass glutenfreies Brot ohnehin gewöhnungsbedürftig schmeckt, sind wieder eine Reihe an Zusätzen enthalten, die bei der Marke "Eigenbau" entfallen. Vielen, mich eingeschlossen, geht es beim Essen von glutenfreien Produkten wie z. B. den ganzen Brotalternativen nicht unbedingt sehr gut. 😕 Frisch auf den Tisch und dabei gleich mal eine Portion Vitalität tanken, lautet die Devise...


Zu Beginn bitte 2 x schaun... Eine entsprechende Kennzeichnung (i. d. R. durchgestrichene Ähre) weist normalerweise auf glutenfreie Produkte hin. Ist diese nicht vorhanden, lohnt sich oft ein Sicherheitscheck der Zutatenliste. (Vorsicht bitte auch bei veganen Produkten. Hier ist oft Seitan enthalten = hochgradiges Gluten.)


Inzwischen gibt es glutenfreien Hafer. Hier scheiden sich ein wenig die Geister. Bei meinem Tisso-Vortrag kürzlich erfuhr ich, dass der Grenzwert von Hafer und dem darin enthaltenen Gluten in Deutschland recht hoch ist. Der eine oder die andere haben mit der darin enthaltenen Glutenmenge durchaus ein Thema. Auch muss bei Hafer nicht zwingend die angebaute Sorte angegeben werden. Je nach Sorte unterscheiden sich jedoch die Glutenmengen... Das ist wichtig zu wissen.


Jetzt kommt der Segen 😄: Wie wäre es alternativ z. B. mit einem Buchweizenbrot, Hirsetalern oder Falafel? Die Palette ist inzwischen recht breit gefächert und macht einen Ersatz gut möglich.



Speisen bereichern können: Hirse, Mais, Reis, Kartoffeln, Pseudogetreide wie Amaranth, Quinoa, Buchweizen, Lupinen und z. B. Teff. Ebenso sämtliches Gemüse, Obst, Saaten, Sprossen, Nüsse und für Nicht-Vegetarier tierische Produkte. Anfangs dauert es ein bisschen bis die etwas außergewöhnlichen Lebensmittel "normal" sind. Das Tolle: Selten bietet sich einem die Möglichkeit so komplett neue Geschmackserlebnisse zu testen.


Vorschlag: Was haltet Ihr von einer Challenge: "3 Wochen mal ganz ohne Brot"! Ich starte mit Livegang des Beitrags ;-)... und werde berichten. 😊 😇



Auch on the road glutenfrei


Es kann schon eine Herausforderung sein. Du selbst bist noch unsicher was und ob Du dies oder das essen kannst. Mögliche Gastgeber berücksichtigen Deine neue Art des Essens oder auch nicht. Du bist unterwegs und möchtest irgendwo schnell was zwischen die Kiemen schieben etc.


Oft ist es hilfreich Deine Lieben, Freunde und Familie vorab zu informieren, was Du essen möchtest und kannst. Auch kannst Du zum Beispiel anbieten selbst etwas mitzubringen wie z. B. einen glutenfreien Kuchen zum Nachmittag. 🎂🎂🎂


Geht es in ein Restaurant, ab in den Urlaub oder ähnliches – kannst Du vorab anrufen und auch hier informieren. Das hilft und erspart viel Abklärung vor Ort. Mir persönlich sind Extrawürste eher unangenehm. 😅 Um so schöner, wenn es möglichst ohne großen Aufhebens funst.



Glutenfrei essen auch ohne Diagnose?


Eine Zöliakie gilt erst nach einer Blutuntersuchung und Biopsie als schulmedizinisch gesichert. Wer sich diese Art der Absicherung wünscht, sollte nicht auf eigene Faust seine Ernährung auf "glutenfrei" umstellen. Unser genialer Körper beginnt bei Verzicht auf Gluten nämlich umgehend mit den Reparaturarbeiten und der Selbstheilung. 😍


Nicht immer müssen entsprechende Symptome ausgebildet werden, liegt eine Zöliakie, Glutenunverträglichkeit, Glutensensitivität oder auch eine Weizenallergie vor. Während meiner Ausbildung wurde immer wieder auf die Wichtigkeit des Selbstwahrnehmung hingewiesen. Du spürst selbst, ob Dir etwas gut tut oder eben nicht. Von Vielen hab ich inzwischen gehört, dass sie sich ohne Gluten (auch ohne Diagnose) deutlich besser fühlen. Übrigens wohl auch ohne Milchprodukte. Es gibt Vermutungen/Thesen, dass Beides in Verbindung steht...


Neben der Selbstbeobachtung kann auch ein Ernährungstagebuch sehr hilfreich sein. Erfasse Deine Mahlzeiten, Dein Wohlbefinden, evtl. Beschwerden, Optik Deines Stuhlgangs, Geruch etc.. So kannst Du Dich ebenfalls rantasten... und für Dich und Deine Gesundheit sorgen.


Generell empfiehlt es sich übrigens bei allen Erkrankungen, die mit dem Darm zu tun haben eine Darmreinigung, Darmsanierung und einen -aufbau zu machen. Nicht ohne Grund heißt es: „Darm gesund – Mensch gesund!“ 😎 Allein dadurch verbessert sich der Allgemeinzustand, Immunstabilität und die Nährstoffaufnahme enorm.



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